DAS WOCHENGELD FÜR SELBSTSTÄNDIGE

August 2019

Die ersten Schritte sind ein Formular der Sozialversicherung auszufüllen, indem Sie den voraussichtlichen Geburtstermin bekannt geben. Beizulegen sind eine Kopie des Mutterkindpasses und die Bestätigung über die Schwangerschaft und den voraussichtlichen Geburtstermin vom Frauenarzt.

Versicherungsrechtliche Anspruchsvoraussetzungen:

Voraussetzung für den Bezug von Wochengeld oder Betriebshilfe ist, dass Sie während des Anspruchszeitraumes auf Grund eigener Erwerbstätigkeit nach dem GSVG in der Krankenversicherung aktiv pflichtversichert sind.

Anspruch auf Wochengeld besteht aber auch dann, wenn Sie Ihre Erwerbstätigkeit während des Wochengeldzeitraumes mittels Ruhendmeldung des Gewerbes bzw. Meldung der Unterbrechung Ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit für den Zeitraum des Mutterschutzes unterbrechen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie in den 6 Monaten unmittelbar vor dem Ende der Pflichtversicherung durchgehend aufgrund einer selbständigen Erwerbstätigkeit in der Krankenversicherung nach dem GSVG pflichtversichert waren.

Anspruchsdauer:

Wochengeld gebührt

  • für die letzten 8 Wochen vor der (voraussichtlichen) Entbindung,
  • für den Entbindungstag selbst und
  • für die ersten 8 Wochen nach der Entbindung (bzw. bei Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder Kaiserschnittentbindung für die ersten 12 Wochen nach der Entbindung)
  • bei Vorlegen eines vorzeitigen Beschäftigungsverbotes

Erfolgt die Geburt nicht am voraussichtlichen Entbindungstermin, verkürzt oder verlängert sich die Frist vor der Geburt entsprechend. Verkürzt sich (aufgrund einer Geburt vor dem voraussichtlichen Geburtstermin) die Achtwochenfrist vor der Geburt, verlängert sich die Frist nach der Geburt im selben Ausmaß, höchstens auf 16 Wochen.

Im Falle eines Einsatzes einer Hilfskraft:

Grundsätzlich besteht Anspruch auf Wochengeld als Geldleistung nur, solange Sie während des Anspruchszeitraumes eine Hilfe zu Ihrer Entlastung einsetzen (ständig). Die Hilfskraft muss sie an mindestens 4 Tagen oder mindestens 20 Stunden pro Woche bei Ihrer betrieblichen Tätigkeit unterstützen. Die Betriebshilfe können auch Angehörige, Freunde oder der Ehepartner sein.

Können Sie aufgrund der örtlichen Lage des Betriebes oder wegen der Art Ihrer Berufsberechtigung keine Betriebshilfe einsetzen, entfällt diese Voraussetzung. Gleiches gilt, wenn Sie während des Wochengeldzeitraumes Ihre Erwerbstätigkeit unterbrochen und die Ausnahme von der Pflichtversicherung beantragt (Ruhendmeldung bzw. Unterbrechungsmeldung) haben.

Die Höhe des Wochengeldes:

Das Wochengeld beträgt täglich € 55,04.

Auszahlung des Wochengeldes:

Wird eine Hilfskraft eingesetzt, erfolgt die Auszahlung jeweils im Nachhinein für die bis zum Antragsdatum zustehende (offene) Anspruchsdauer. Für eine Auszahlung über das Datum des jeweiligen Antrages hinaus muss ein neuer Antrag gestellt werden, in dem der (weitere) Einsatz einer Hilfskraft bestätigt wird.

Können Sie (aufgrund der örtlichen Lage des Betriebes oder wegen der Art Ihrer Berufsberechtigung) keine Hilfskraft einsetzen oder haben Sie Ihre Erwerbstätigkeit während des Wochengeldzeitraumes mittels Ruhendmeldung des Gewerbes bzw. Meldung der Unterbrechung Ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit unterbrochen, erfolgt die Auszahlung des Wochengeldes in einem Betrag nach Ende der gesamten Anspruchsdauer.

Grundsätzlich wird das Wochengeld immer im Nachhinein für einen bereits abgelaufenen Zeitraum beantragt. (rückwirkend)

Will man nach der Geburt weiterhin Wochengeld beantragen, benötigt man zusätzlich noch folgende Unterlagen (wieder im Nachhinein beantragen):

  • Geburtsurkunde
  • Bescheinigung des Spitals (Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder Kaiserschnitt)
  • Bestätigung über Krankenhausaufenthalt

Sollte die Mutter bereits Kinderbetreuungsgeld beziehen und aufgrund einer Schwangerschaft erneut in Mutterschutz gehen, hat sie Anspruch auf Wochengeld. Der Auszahlungsbetrag liegt bei 100% des zuvor bezogenen Kinderbetreuungsgeldes.

Bei Bildungskarenz bezieht sich der Ausbezahlungsbetrag auf den Verdienst der letzten drei Monate vor der Weiterbildungskarenz.

Geringfügig beschäftigte Selbstverischerte erhalten täglich einen Betrag von € 9,30.

Quellen:

www.svagw.at

www.wko.at

www.help.gv.at

www.arbeiterkammer.at

www.arbeitsinspektion.gv.at

www.sva.or.at

www.noegkk.at

www.sozialversicherung.at